„Zweimal Bangkok und zurück, bitte!“, sprudelt es aus mir heraus, als wir dem netten Mann am Hamburger Check-In gegenüberstanden. Gott, war ich aufgeregt – Turkish Airlines kannte ich bis zu diesem Zeitpunkt noch nicht, natürlich vom Hören & Sagen, geflogen war ich zuvor allerdings nicht mit dieser Fluggesellschaft.

Bangkok ist bereits seit 1782 die Hauptstadt des Königreichs Thailand und schrieb, seit der Volkszählung im Jahr 2010, mehr als acht Millionen Einwohner. In der größten Metropolregion des Landes lebten zu diesem Zeitpunkt sogar weit über 14 Millionen Menschen, was quasi soviel ist wie Niedersachsen und Hessen zusammen – für mich irgendwie unvorstellbar.

Die Wochen vor dem Start waren Adrenalin pur. Europa zu verlassen, stand eigentlich gar nicht zur Debatte – doch so schnell konnten sich Pläne ändern. Natürlich informierte ich mich rechtzeitig über die Einreisebestimmungen, doch da wir mit unserem Aufenthalt nicht die 30 Tage überschritten, erwies sich das als abgehakt, denn ein Visum war nicht notwendig und nur der gültige Reisepass erforderlich. Die Frage zu den Reiseimpfungen stellte sich direkt im Anschluss: Obwohl es bei direkter Einreise aus Deutschland keine Vorschriften gab, wurden die Standardimpfungen empfohlen – dazu gehörten u. a. Tetanus, Diphtherie, Keuchhusten, Mumps, Masern, Röteln, Pneumokokken und Influenza. Als direkte Reiseimpfung konnte ich Hepatitis A in Erfahrung bringen, bei Langzeitaufenthalt oder besonderer Exposition auch gegen Hepatitis B, Typhus, Tollwut sowie Japanische Encephalitis. Wir hatten jedoch vor, uns nur in Bangkok aufzuhalten, daher fiel das Gott sei Dank zum größten Teil weg. Wer an weiteren Informationen interessiert ist, dem kann ich die Seite des Auswärtigen Amtes sehr empfehlen.

Turkish Airlines – Flug TK 1662 von Hamburg nach Istanbul

Wie bereits erwähnt, sind wir mit Turkish Airlines geflogen. Ab Hamburg und mit einer Dauer von ca. 17 Stunden inkl. Zwischenstopp in Istanbul. Der Check-In am Hamburger Airport verlief ohne Probleme, der Mitarbeiter der Airline war äußerst nett und zuvorkommend, man fühlte sich direkt pudelwohl und sicher aufgenommen. Zudem wurden wir beim Boarding vom selben Mitarbeiter mit Namen begrüßt, was mir natürlich besonders gefiel. Nachdem wir unsere Plätze eingenommen hatten, war ich erstmal leicht irritiert, da die Sitzplätze der TK 1662 doch enger waren, als ich vermutete. Wir flogen zwar in der Business Class, aber da hatte ich schon etwas mehr erwartet. Jedoch gab es erstmal ein Willkommensdrink und die persönliche Begrüßung der Köchin, nachdem das Flugzeug startete – das Gefühl des Abhebens, immer noch unbeschreibbar.

Flug mit Turkish Airlines Hamburg - Istanbul TK1662

Der Flug nach Istanbul dauerte nur ca. drei Stunden, was mir auch irgendwie recht war. Die Stewardessen machten zwar ihren Job, doch mehr tatsächlich nicht. Ich hatte das Gefühl, dass sie hauptsächlich damit beschäftigt waren, sich in private Gespräche zu vertiefen, als sich um die Passagiere zu kümmern. Natürlich war die Flugzeit begrenzt, die Gäste hungrig und alle Arbeiten drumherum mussten auch erledigt werden, dennoch empfand ich dies teilweise als reine Massenabfertigung und meine Begeisterung hielt sich in Grenzen.

Flug mit Turkish Airlines Hamburg - Istanbul TK1662

Die Auswahl der Gerichte war völlig in Ordnung, ebenso die Präsentierung. Wir hatten vorab Rühreier und als Hauptgang Pute mit Auberginen und Erbsen, dazu gab es Brötchen, Quark und Rote Beete Salat oder als zweite Wahl Reis und Scampis. Wirklich lecker waren die Säfte an Board der Turkish Airlines, sehr fruchtig und nicht zu süß, die kann ich wärmstens empfehlen.

Nachdem wir in Atatürk gelandet waren, brauchten wir bestimmt eine halbe Stunde zur Orientierung, was gar nicht so einfach war. Auf einem völlig anderen Ende fanden wir dann glücklicherweise die CIP Lounge der Turkish Airlines vor, in der wir uns dank Business Class aufhalten konnten. Die Lounge wurde 2014 auf knapp 6.000 Quadratmeter erweitert und erstreckte sich auf zwei Ebenen. Bei Eintritt wurde ich direkt von der geballten Größe erschlagen, ein absolutes Wunderwerk, was mich zum Staunen brachte. Zu diesem Zeitpunkt herrschte auch noch gar nicht so viel Betrieb, sodass wir uns in Ruhe nach Sitzplätzen umschauen konnten.

Die Wahl fiel letztlich auf Loungesessel, da sie einfach viel bequemer aussahen als die im Flugzeug. Kaum gesessen, versanken wir auch schon darin, beobachteten die weiteren Gäste und ließen alles einfach nur auf uns wirken. Der WLAN Empfang war weitestgehend in Ordnung, Fotos konnten also an die Familie verschickt werden. Bis auf einen Kaffee + Küchlein hatten wir uns nicht weiter bedient, da wir bereits völlig satt vom Lunch waren und gar nichts mehr reinpasste.

Anschlussflug nach Bangkok mit der TK 0064

Die vielen Tafeln in der CIP Lounge zeigten uns dann irgendwann an, dass es an der Zeit war, unseren Gate aufzusuchen, was wir auch taten. Wieder wurden wir unheimlich freundlich beim Boarding empfangen und durften zu unseren Plätzen gehen. Diesmal hätte ich vor Freunde am liebsten angefangen zu schreien, genauso stellte ich mir unseren Flug nämlich vor. TK 0064 war in der A 340 mit einer 2:2:2 Bestuhlung ausgestattet, Beinfreiheit absolut top und überhaupt passte alles auf Anhieb.

Nach den überaus leckeren Willkommensgetränken, gönnte ich mir zur Feier des Tages einen Champagner und schon flogen wir auch los. Die üblichen Einweisungen wurden vollzogen, wieder ging der Koch herum und nahm unsere Bestellungen auf. Als unsere Tische hergerichtet wurden, hatten die Stewardessen sogar Zeit für einen kleinen Schnack, hier und da ein Witz – alle Gäste waren zufrieden (bis auf die wenigen Ausnahmen, die überall etwas zu meckern haben). Der Service war absolut erstklassig und vorbildlich, genau das, was ein BC Reisender erwartet, möchte ich behaupten. Vom Essen ganz zu schweigen, auch wenn ich mich danach ziemlich gemästet fühlte, hatte ich lange nicht so gut diniert.

Ein Auszug der Speisekarte:


Vorspeise

Meeresfrüchtsalat

Lachs-Tartar

Minifrikadellen

marinierte Artischocken in Olivenöl

Auberginen in Tomatensoße

Mozarellakugeln, Rucola und Kirschtomaten

Hauptgang

Gegrillte Riesengarnelen, Filet vom Schwertfisch oder Wildbarsch
Blumenkohl-Mousseline, gebratener Spinat und geröstete Paprika

Traditioneller Joghurt-Kebab
gegrilltes Hackfleisch, Lammspieße, gebuttertes Fladenbrot, Joghurt- und Tomatensauce

Spinatravioli
gegrillte Artischockenherzen , getrockneten Tomaten und Parmesan

Dessert

Bunte Mischung aus traditionellen türkischen Desserts

Himbeertorte

Schokoladenmousse (dunkel & weiß)

Schokoladenkugel mit Mango

verschiedene Käsesorten und frisches Obst


Entertainment an Board

Das Entertainment an Board war ebenso gegeben. Jeder Sitzplatz hatte einen individuellen Bildschirm und ein Planet digital System mit dazugehöriger Fernbedienung. Die Auswahl war mit über 350 Filmen jeglicher Sparte bestückt, verschiedene Sprachen ließen sich problemlos einstellen. Für alle Musikbegeisterten standen um die 600 CDs unterschiedlicher Richtungen bereit, ein Kinder- und Spielkanal ebenso. Das Flugzeug war mit zwei Kameras ausgestattet, eins vorne am Flugzeug und eine unterhalb des Flugzeuges, somit konnten wir direkt über den Bildschirm das Starten und Landen des verfolgen. Zeitungen & Magazine erhielt man direkt beim Einsteigen, dennoch waren an jedem Platz weitere Broschüren hinterlegt (z. B. ein Reisezieleguide, Informationsguide).

Flug mit Turkish Airlines Istanbul - Bangkok TK0064

Als es darum ging, die Sitze zu Betten umzubauen und zu beziehen, hätte ich das gerne selbst gemacht, weil die Damen wirklich sehr viel um die Ohren hatten – da führte jedoch kein Weg hin, lächelnd wurde mir mein Zeug aus der Hand genommen, der Sitz bezogen und sogar die Decke über meine Beine gelegt. Hocherfreut begab ich mich ebenso in die Waagerechte und war vom Platzangebot erstaunt. Gelegen habe ich sehr gut, geschlafen weniger, was aber an der Aufregung lag.

In den frühen Morgenstunden beschlagnahmte ich direkt das Bad, ehe alle wach waren. Jeder erhielt schließlich eine Waschtasche mit Zahnbürste, Zahnpasta, Haarbürste, Creme und diversen anderen Kosmetikartikeln, die auch zum Einsatz kommen sollten, bevor es mit dem Frühstück weiter ging. Ich hätte nicht gedacht, dass ich schon wieder etwas herunter kriegen würde, aber es sah so lecker aus, dass ich gezwungen war, zu zugreifen. Viel liebe zum Detail, bei jedem Gang – was mich total entzückte und woran ich mich heute noch gerne erinnere.

Nach dem ersten Flug von Hamburg nach Istanbul, war ich in der Anschlussmaschine nach Bangkok der wohl zufriedenste Gast der Turkish Airlines. Der Steward und die Stewardessen leisteten dort einen überdurchschnittlichen Service, den man honorieren sollte – schließlich scheint es keine Selbstverständlichkeit. Das einzige, was mich tatsächlich erschütterte, waren die Verhaltensweisen mancher Fluggäste. Business Class hin oder her, aber muss es denn unbedingt sein, dass man an seinem Platz eine Müllhalde hinterlässt? Liebe Business Class Reisende, benehmt euch doch auch dort genauso, wie Ihr es in den eigenen vier Wänden bevorzugt und schenkt den Flugbegleitern wenigstens ein Lächeln zum Abschied!

Autorin & Blogmama, die immer was zu sagen hat – leicht tollpatschig und im geordneten Chaos lebend. Dennoch von einer sozialen Ader geprägt, zuverlässig und nie ohne Notizbuch unterwegs.