Ein Memoboard aus einem alten Keilrahmen zu gestalten, ist eine geniale Upcycling-Idee. Oftmals hat man welche herumliegen, die man nach einer gewissen Zeit nicht mehr sehen mag, zum Wegwerfen sind sie allerdings viel zu schade. Die Gestaltungsmöglichkeiten sind beinahe grenzenlos und meist kommen die Ideen beim Basteln selbst.

Ich hatte von Anfang an den Wunsch nach etwas Schnellem – nichts aufwendiges – dennoch ist das Endergebnis grandios geworden und schaut an der Wand richtig schick aus.

Was brauchte ich dazu?

Wie man sieht, habe ich die Rückseite des Keilrahmen genutzt, durch die Unterteilung in vier Fenster kann man seiner Kreativität freien Lauf lassen. Links oben sind Holzwäscheklammern befestigt – vorher mit passender Farbe aufgepeppt. Rechts oben sind Zettel und Stifte griffbereit und im unteren Bereich ausreichend Platz, um die Flyer von Pizzalieferanten o. ä. zu verstauen.

Die Bilder sind eigentlich ziemlich selbsterklärend. Ratsam, auch wenn es schnell trocknende Acrylfarben sind, diese über Nacht trocknen zu lassen, daher habe ich den Rahmen einen Tag vorher gestrichen. Insbesondere die mittlere Holzleiste, welche mit Magnetfarbe bearbeitet wurde, braucht mehrere Anstriche.

Memoboard_Stiftehalter_Fotor

Um Stifte & Kugelschreiber direkt mit unterbringen zu können, entschied ich mich dafür, einfach eine leere Milchpackung aufzuschneiden. Nachdem diese gut ausgewaschen und getrocknet wurde, erhielt sie etwas Farbe. Das ist natürlich nicht zwingend nötig, aber ich hatte noch einen kleinen Rest auf meiner Palette. Zudem war ich zu später Stunde etwas faul, sodass der Stoff letztlich mit Textilkleber befestigt wurde – allerdings nur von außen, nach innen einfach umgeklappt und mit einer zugeschnitten Pappe abgedeckt, was zusätzlichen Halt gibt. (Natürlich kann man auch einen extra Bezug dafür nähen, der auswechselbar ist.)

Tipp: Einen Spachtel aus Pappe zuschneiden und damit den Kleber flächendeckend verteilen!

Memoboard_Anleitung_Stofflage_Fotor

Die untere Halterung für Flyer, Briefe etc. ist für jeden Laien einfach zu nähen. Wichtig, dass zuerst die Maße genommen werden – bei der Breite ist darauf zu achten, dass man ungefähr 3 cm dazu rechnet, um die Stoffbahn hinter dem Keilrahmen festtackern zu können. Hat man dies, kann der Stoff im Bruch zugeschnitten und gebügelt werden. Nun legt man ihn Kante auf Kante aneinander (schöne Seite nach unten) und steckt ihn rundherum ab, um ihn danach direkt zu nähen. Angefangen an der rechten Seite, bis zum Ende der Unterseite – linke Seite offen lassen, da der Stoff gewendet und die Pappe zur Verstärkung herein geschoben werden muss. Ich habe mich hier bewusst für Pappe entschieden (statt Vlieseline), da es tatsächlich ein Upcycling-Produkt werden sollte und man es somit ganz einfach nachbasteln kann.

Memoboard_Anleitung_Stoff2_Fotor

Die unschönen Ränder können natürlich noch abgesteppt werden oder man entscheidet sich für die schnelle Variante und nutzt einen Rollschneider mit Wellenklinge. Danach den Stoff wenden und ein weiteres Mal alles schön glatt bügeln. Dank meines Patchworkmuster ersparte ich mir viele Ausmessungen, denn nun mussten die Abstände am Keilrahmen genau gemessen werden. Grund dafür: Ich hatte die Pappe exakt zugeschnitten, damit sie direkt ins einzelne Fenster passt, ich den Stoff somit auch an der unteren Mittelleiste festtackern konnte. Auf dem vierten Bild (rechts unten) setzte ich einen geraden Stich, damit die Pappe nicht weiter verrutscht, was jedoch nicht zwingend nötig ist.

Memoboard_Anleitung_Pappe_Fotor

Nun wird der Fensterausschnitt für die Pappe gemessen und zugeschnitten. Das Ganze natürlich zweimal, zudem die Ecken etwas abrunden. Danach kann man einen Ausschnitt in den Stoff schieben (bis ganz zum Ende) und steppt eine weitere Naht, damit die Pappe auch nicht zur anderen Richtung verrutscht. Der mittlere Holzsteg ist bei mir 1,5 cm breit, demnach die nächste Naht 1,5 cm weiter setzen und schon darf das zweite Pappteilchen seinen Platz einnehmen.

Memoboard_Anleitung_Stoff3_Fotor

Hinter der Pappeinlage erhält der Stoff eine weitere gerade Naht, damit auch diese nicht verrutscht. Das Ende wird einfach nach innen umgeschlagen und knappkantig abgenäht – das war es dann auch schon.

Bevor man beginnt, alle Einzelteile auf dem Keilrahmen zu befestigen, sollte man sich diese probeweise drapieren. Beim unteren Stoffteil darauf achten, dass er auch tatsächlich straff festgetackert wird, dann sitzt er bombenfest und hält sogar Bücher aus. Deko & Co kann nun auch vorgenommen werden (am besten mit einer Heißklebepistole) und schlussendlich ist das Memoboard bereit, um ihn an der Wand zu befestigen. Wie man dies macht, ist reine Geschmackssache: kleine Löcher oberhalb, mit Leine, Draht oder Band, Bildaufhängung etc.

Autorin & Blogmama, die immer was zu sagen hat – leicht tollpatschig und im geordneten Chaos lebend. Dennoch von einer sozialen Ader geprägt, zuverlässig und nie ohne Notizbuch unterwegs.